Geschichte des Hauses

 

Die Geschichte des Hauses und einiges Mehr
können Sie in der Jubiläumsfestschrift
"Geschichte des Altenzentrums und des
Diakonievereins Bad Essen e.V."
, verfasst von
Werner Frickenhelm, nachlesen.

Die Ausgabe wird Ihnen als PDF-Datei
zur Verfügung gestellt.

 

 

 

 

 

 


 

Nachfolgend ein Auszug der Texte:

"... Als wichtigste Maßnahme stand der Neubau eines Altenpflegeheimes auf der Tagesordnung.
Die Gemeinde Bad Essen stellte hierfür ein Grundstück in der Größe von 13.624 qm und einen Zuschuss von 1 Million DM zur Verfügung.


Weiter forderte die Gemeinde:

  • einen Standort in zentraler Lage
  • Einzelzimmer in ausreichender Größe mit WC und Dusche sowie einem Balkon
  • helle, übersichtliche Flure, die den Gedanken an ein Krankenhaus nicht
  • aufkommen lassen
  • Ausrichtung der Zimmer nach Süden bzw. nach Westen
  • Konzentration wichtiger Gemeinschaftseinrichtungen im Erdgeschoss.


Die Mitglieder des Vorstandes machten sich weiter kundig durch Besichtigung der Altenpflegeheime in Neuenkirchen, Melle und Cloppenburg und entschieden einstimmig,
die Planung und Ausführung dem Architekten Dipl.-Ing. Dietrich Leiwe, Melle, zu übertragen. Es galt, die Baupläne zu erstellen und die Kosten zu ermitteln.

Zunächst musste die Größe des Heimes bestimmt werden. Dabei wurden die Erkenntnisse der Fachleute, die Forderungen des Landkreises Osnabrück, der Gemeinde Bad Essen und die Erfahrungen anderer Pflegeeinrichtungen berücksichtigt.

Besonders beeinflussten hierbei die Vorstellungen und Meinungen des niedersächsischen
Sozialministeriums die Planung. So forderte das zuständige Referat, dass nur Altenpflegeheime mit überwiegend 2-Bett-Zimmern zu bauen sind. Auf Dauer sollten die alten Menschen, die noch nicht pflegebedürftig sind, nicht in Altenpflegeheimen, sondern in Altenwohnungen untergebracht werden. Bei der Planung stellte sich schnell heraus, dass nach den Vorgaben ein 3-geschossiger Bau mit 81 Betten der wirtschaftlichste sei.

Die erforderlichen Gesamtkosten von 10.394.000 DM wurden durch Zuschüsse des Landes, des Landkreises und der Gemeinde Bad Essen erbracht. Des weiteren gab es Zuschüsse vom Landeskirchenamt und dem Diakonischen Werk sowie Spenden und Mitgliedsbeiträge. Der Restbetrag wurde durch ein Darlehen abgedeckt. Zum Zuschuss der Gemeinde ist noch die kostenlose Bereitstellung des Grundstückes hinzuzurechnen.

Der Landkreis Osnabrück gewährte einen Zuschuss über die bestehenden Richtlinien hinaus für die Ablösung des Altenpflegeheimes Leuchtenburg. Gemeinde-, Kreis- und Landespolitiker haben sich in dieser Phase vorbildlich für den Bau eingesetzt.

Höhepunkt war der Besuch des niedersächsischen Sozialministers Hermann Schnipkoweit
am 26.08.1981, bei dem er den Bewilligungsbescheid überreichte und den vorzeitigen Baubeginn erlaubte. Über die Gewährung eines Zuschusses war man besonders erfreut, da bekannt geworden war, dass das Land Niedersachsen den Bau von Altenpflegeheimen in Zukunft nicht mehr bezuschussen werde. Der Diakonieverein Bad Essen e.V. war der vorletzte Träger einer solchen Einrichtung, der Landeszuschüsse bekam. Für eine Unterstützung unseres Projektes dürfte die solide Finanzierung und der Umstand ausschlaggebend gewesen sein, dass in Bad Essen zwei Altenheime abgängig waren.

Jetzt konnten die einzelnen Gewerke ausgeschrieben und nach dem Submissionstermin vom 24.11.1981 die Aufträge an die Handwerker erteilt werden. Mit ersten Vorarbeiten wurde im Februar 1982 begonnen. Im Laufe des Jahres 1982 fanden drei weitere Submissionstermine mit anschließender Vergabe der Gewerke statt.

Das Altenpflegeheim liegt im Kernbereich von Bad Essen in ausreichender Entfernung zu der verkehrsreichen „Lindenstraße“. Es wird erschlossen über die Straße „Am Schimbach“ und den „Gräfin-Else-Weg“. Von der „Lindenstraße“ her ist es nur über einen Fußweg zu erreichen. Das Heim liegt in unmittelbarer Nähe zum Schul- und Sportzentrum. Geschäfte, Kirchen und sonstige Einrichtungen können in kurzer Zeit vom Heim aus erreicht werden. Bei der Planung des Standortes ist der Vorstand des Diakonievereins Bad Essen e.V. davon ausgegangen, dass der ältere Mensch nicht in der Abgeschiedenheit leben sollte, sondern Verbindung zur Jugend und zum Leben und Treiben in einem verkehrsreichen Ort wie Bad Essen behält.

Im Heim haben die SeniorInnen die Möglichkeit, die Gemeinschaftsräume zu nutzen und an Veranstaltungen, z.B. Gottesdiensten, teilzunehmen. Im Untergeschoss des Altenpflegeheimes sind hinter der Warenannahme die Vorrats- und Kühlräume angeordnet. Über einen Speiseaufzug gelangen die Vorräte direkt in die Küche im Erdgeschoss. Im Untergeschoss ist auch eine eigene Wäscherei eingerichtet. Erwähnt seien im Untergeschoss auch die Räumlichkeiten für Therapie und Technik.

Das Erdgeschoss bildet mit der Eingangshalle, dem Empfang, der Cafeteria, der Kapelle, dem Mehrzweck- und Speiseraum neben der Küche, das Zentrum des Hauses. Die Seele oder der Kern des Hauses soll die Kapelle sein. Hier sind mit einer Plastik des Bildhauers Walter Mellmann, Osnabrück, Simeon und Hanna mit Josef, Maria und dem Christuskind im Tempel dargestellt und mit einem bleiverglasten Fenster von Heinz Lilienthal aus Bremen künstlerische  Schwerpunkte um einen kleinen Altar herum geschaffen worden.

Die drei Wohnbereiche in den drei Geschossen gliedern sich um einen durch alle Geschosse führenden, im Erdgeschoss bepflanzten Lichthof, durch den eine bequeme, mit vielen Ruhepodesten versehene Treppe zu allen Geschossen verläuft. Zum Lichthof führen, wie zwei Arme, die Flure der einbündigen Wohnbereiche. An diesem Kern liegen auch die erforderlichen Nebenräume der Wohnbereiche: Personal-Aufenthaltsraum, Bad, Pflegearbeitsraum, Pflegedienstzimmer, Bereichsküche, Wäsche- und Abstellräume, Aufenthalts- und Fernsehräume u.ä..

Im Januar 1983 machte sich der Vorstand Gedanken über den Namen des Altenpflegeheimes.
Man einigte sich auf „Simeon und Hanna“, auf Personen, von denen der Evangelist Lukas (Lukas 2, 22-38) berichtete.

Maria und Josef sind in den Tempel gekommen, um ihr Kind dem Herren „darzustellen“, wie es sich für fromme Juden gehört. Doch bevor sie ihre Gaben übergeben können, tritt ein alter Mann auf sie zu. Ihm war verheißen worden, dass er vor seinem Tode den Messias sehen würde. Diese Sehnsucht sieht Simeon in diesem Augenblick erfüllt und er stimmt den Lobgesang an. Zu dieser Gruppe gesellt sich eine hochbetagte Frau. Es ist Hanna, die, als sie Jesus gesehen hat, Gott preist und die Botschaft an alle weitergibt.

 

„Denn meine Augen haben Deinen Heiland gesehen“


Zu dieser Geschichte hat der Künstler Walter Mellmann aus Osnabrück eine große Bronzeplastik erstellt, die sich im der Kapelle befindet. Die Grundsteinlegung für das Altenpflegeheim fand mit Beteiligung vieler Gäste am 19.05.1982 statt. Die Presse sprach von einem bedeutenden Tag für Bad Essen. In Ansprachen wurde darauf hingewiesen, dass die Jugend Veranlassung zum Dank habe. Die Gemeinde habe gegenüber den Alten und Kranken eine Pflicht der Hilfe. Dieses Heim ist praktizierte Nächstenliebe. Die Gesellschaft wird danach beurteilt, wie sie mit ihren Kindern und Alten umgeht. Nachdem der Text der Urkunde verlesen war, wurde das Dokument mit aktuellen Schriftstücken und Münzen eingemauert. ... "

 

 

 

Altenzentrum Simeon und Hanna des Diakonievereins Bad Essen e.V.
Gräfin-Else-Weg 7 • 49152 Bad Essen • Tel. (05472) 930-0 • E-Mail: info@simeon-und-hanna.de