Diakonieverein Bad Essen

Gründung des Vereins

Anstöße für die Gründung des Diakonievereins Bad Essen e.V. ergaben sich dadurch, dass in der Gemeinde Bad Essen 2 Altenpflegeheime, das Ippenburger Pflegehaus der GemeindeBad Essen und die Leuchtenburg des Landkreises Osnabrück, bestanden, die nicht den Anforderungen entsprachen, die die BürgerInnen von solchen Häusern erwarteten und die nach der vom Bundesminister für Gesundheit herausgegebenen Altenheim-Pflegeverordnung gefordert wurden. Kreisrat Jürgen Heiter vom Landkreis Osnabrück und Gemeindedirektor Helmut Wilker führten das erste Gespräch mit der Frage, ob
die beiden abgängigen Heime durch ein neues, in anderer Trägerschaft, ersetzt werden könne. Das Pflegehaus der Gemeinde hatte eine über 100jährige Geschichte. Der Gräfin Else von dem Bussche-Ippenburg wurden im Jahre 1873 die Zinsen einer mildtätigen Stiftung zur Verwaltung übertragen. Mit diesen Mitteln ließ sie das Pflegehaus erbauen, das ab dem Jahre 1878 von alten Frauen und Männern bezogen wurde. Schwestern des Henriettenstiftes aus Hannover übernahmen die Leitung dieser Einrichtung. In dem Haus konnten 30 Frauen und Männer wohnen. Gräfin Else starb 1919 im Alter von 85 Jahren.



Am 24.08.1950 wurde das Haus von der ehem. Samtgemeinde Bad Essen übernommen.
Während der schlimmen Zeit der Hitler-Diktatur wurde das Haus für Kinder und Frauenfreizeiten genutzt und nach dem Ende des II. Weltkrieges von Flüchtlingen aus dem Osten und von Engländern und Polen belegt. Zeitweise war auch ein Kindergarten untergebracht.

 

 

 

 


Die Leuchtenburg, ein ortsbildprägendes Gebäude in zentraler Lage der Ortschaft Eielstädt, hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Urkundlich wird sie im 16. Jahrhundert als Halberbenstätte Fürpiehls erstmalig erwähnt. Danach diente sie als Wohnsitz den Pastoren, Amtsvögten, Oberjägermeistern und dem Hofmedicus. Auch wechselten öfter die Eigentümer. Im 19.Jahrhundert (1840) erwarb Georg-Eberhard Freiherr von dem Bussche-Ippenburg die Anlage und machte sie zum Witwensitz der Familie. Im Jahre 1898 zog Gräfin Else ein. Während des II. Weltkrieges verkaufte die Baronin von dem Bussche die Leuchtenburg an den Landkreis Wittlage für 55.000 RM.


Der Landkreis machte das Gebäude zum Kreisaltenheim für 30 bis 40 alte und/oder pflegebedürftige Personen. Nach dem Umzug der BewohnerInnen in das neu errichtete Altenpflegeheim „Simeon und Hanna“ stand das Gebäude einige Jahre leer und wurde 1990 an einen privaten Investor verkauft, der das Gebäude zu einem Mehrfamilienhaus umbaute.


Den Verantwortlichen der Gemeinde Bad Essen war der Zustand und die Entwicklung der Altenpflegeheime natürlich bekannt. Rat und Verwaltung diskutierten und überlegten Veränderungen. Insbesondere der stellvertretende Gemeindedirektor Ernst-August Quade mit seinem Team und der Sozialausschuss mit dem Vorsitzenden Werner Frickenhelm und dem stellvertretenden Vorsitzenden Wilhelm Jantzen entwickelten Alternativen. Zunächst war man sich schnell darüber einig, dass die jährlich steigenden Zuschüsse für das gemeindeeigene Altenpflegeheim auf Dauer nicht zu verantworten waren. Auch die Umsetzung der Auflagen, die durch die Verordnung über die Leuchtenburg „baulichen Mindestanforderungen für Altenheime, Altenwohnungen und Pflegeheime für Volljährige“ zu beachten waren, würde für das gemeindeeigene Altenheim erhebliche Investitionen erforderlich machen. Das galt auch für das Altenpflegeheim Leuchtenburg, für das der Landkreis Osnabrück zuständig war.


Der Gemeinderat Bad Essen hatte sich aus grundsätzlichen Erwägungen dazu entschlossen, ein Altenpflegeheim nicht selbst zu bauen, sondern dies einem gemeinnützigen Träger zu überlassen. Dazu wurden die ev.-luth. Kirchengemeinde Bad Essen und der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes um Stellungnahmen gebeten. Die ev.-luth. Kirchengemeinde Bad Essen hat die Angelegenheit in ihren Gremien eingehend behandelt und sich grundsätzlich für die Übernahme der Trägerschaft für das Altenpflegeheim ausgesprochen. Träger sollte ein noch zu gründender, dem Diakonischen Werk angeschlossener, gemeinnütziger Verein sein. Dies geschah in Absprache mit der Gemeinde Bad Essen und dem Landkreis Osnabrück.


Vor der Vereinsgründung musste eine Satzung erarbeitet werden. Dies geschah vor allem durch die Mitarbeit von Erich Schiermeyer. Der Entwurf lehnte sich an dem Muster des Diakonischen Werkes Hannover an und wurde von den hauseigenen Juristen geprüft. Anschließend wurde zur Gründungsveranstaltung am 09.01.1979 eingeladen.


Bei diesem Treffen gründeten 43 Einzelmitglieder, die Gemeinde Bad Essen und die ev.-luth. Kirchengemeinden Bad Essen, Barkhausen-Rabber und Lintorf den Diakonieverein Bad Essen e.V. .
In der anschließenden 1. Mitgliederversammlung wurde der aus 7 Personen bestehende Vorstand gewählt. Damit war der Diakonieverein Bad Essen e.V. rechts- und handlungsfähig. Der Vorstand nahm umgehend seine Arbeit auf und traf sich zur ersten Sitzung am 16.01.1979. Er beschloss einstimmig, gemäß § 7 Abs. 5 der Satzung die Geschäfte des allgemeinen Rechnungswesens dem Kirchenkreisamt des Kirchenkreises Melle zu übertragen. Weiter beantragte er beim Finanzamt Osnabrück-Land die Anerkennung als gemeinnütziger Verein, die am 22.02.1979 erteilt wurde. Der Diakonieverein Bad Essen e.V. trat dem Diakonischen Werk Hannover bei, was ab 09.05.1979 wirksam wurde.

 

 

Altenzentrum Simeon und Hanna des Diakonievereins Bad Essen e.V.
Gräfin-Else-Weg 7 • 49152 Bad Essen • Tel. (05472) 930-0 • E-Mail: info@simeon-und-hanna.de